Plauer Segelwoche 2017

Bericht über die „Plauer Segelwoche“ für zerlegbare Segelboote 2017

Die 4. Plauer Segelwoche (kurz: PSW) ist Geschichte. Dieses Jahr nahmen in chronologischer Reihenfolge diese Skipper bzw. Crews mit ihren Booten an unserem Treffen teil:

– Christian und Petra mit einem Graber HC Evolution
– Agnes und Ulrich mit einem Minicat 420
– Christoph und Helena mit einem Smartkat
– Ralph mit einem Ducky 17 und einem russischen Prostor Katamaran
– Peter mit einem Klepper AE20 und Mistral 2 Segelanlage
– Yaroslav mit einem finnischen Katamaran “Vesikissa”
– Frank mit einem Pouch RZ 85 Trimaran, Ketsch Eigenbau
– Jörn mit einem Pouch RZ85 Trimaran und Mistral 4 Segelanlage
– Claus mit einem Grabner HC Hurricane und einem Triton Vuoksa Trimaran
– Frank mit einem Feldkamp K100
– Volker mit einem Katamaran Eigenbau auf Kajakbasis
– Guido mit einem Grabner HC Evolution
– Dieter und Christian mit einem Grabner HC Racing
– Andreas mit einem Grabner HC Hurricane
– Ralf mit einem Minicat 420
– Jens mit einem Feldkamp K120 b
– Christoph und Sabine mit einem Smartkat Racing
– Jürgen und Daniela mit einem Pouch RZ 85 und Besegelung
– Ralph mit einem Wiking Cat 380
– Eckhard mit einem Pouch RZ 85 Trimaran Ketsch
– Robert mit einem Smartkat Racing (wegen Defekt nicht aufgebaut)
– Uli mit einem Minicat 420
– Thomas, Heide (und Lotte) mit einem Minicat 420
– Jörg mit einem Grabner HC Evolution
– Mirko mit einem Grabner HC Ultralight
– Bert mit einem Pouch RZ85 Ketsch mit Mistral 4 Segelanlage
– Ingo mit einem Pouch RZ85 Ketsch mit Mistral 4 Segelanlage
– Ingo mit einem Fest-Canadier, ein Segelumbau mit Lugger Rigg

Besuch erhielten wir ferner von Orientierungssuchenden, die sich ein neues Boot anschaffen wollten, sowie von Freunden und Angehörigen einiger PSW Teilnehmer. Besonders zu erwähnen sind insoweit Barkassenkapitän Danny und Axel und Elke. Diese PSW Teilnehmer kamen zwar ohne Boot, beteiligten sich aber aktiv am Treffen. Einige Teilnehmer hatten außer ihren o.g. Segelbooten auch noch aufblasbare oder faltbare Kajaks dabei.Die Verweildauer der Teilnehmer auf der PSW schwankte zwischen 3 und 12 Tagen.

Wurden wir in früheren Jahren von einem milden Altweibersommer verwöhnt, hatten wir dieses Jahr mit dem Wetter weniger Glück. Die vor uns auf der Bootswiese campierende Segler Gruppe der TU Braunschweig berichtete, sie hätten zwei Wochen Starkwind und Regenwetter erlebt. Wir hatten überwiegend kühle Tage und kalte Nächte mit sternenklarem Himmel. An ersten Abend schauten wir den Filmbericht von Danny über eine Barkassenfahrt mit Jens. Am anderen Abend hielt Christoph einen Lichtbildvortrag über den Bau seines Forumisten gut bekannten Daysailors to go. Die tiefen Temperaturen mögen ursächlich gewesen sein, dass anschließende Film- und Fotoabende im ungeheizten Sozialzelt von Jens dieses Jahr weniger Anklang fanden und es bei den beiden Vorführungen blieb.

Stattdessen zog es die PSW Besucher nach dem Grillen oder dem gemeinsamen Abendessen bei Einbruch der Dämmerung an die Feuerschale(n). Die Feuerschale hatte Barkassen-Kapitän Danny mitgebracht. Sie erfreute sich so großer Beliebtheit, dass unsere Nachteulen zuweilen bis 5.30 Uhr morgens an ihr sitzen blieben.

Abgesehen von den kalten Tagen hatten wir der häufigen Flaute zu trotzen. Wir nutzten die Flautenzeiten nicht zuletzt für etwas Segeltheorie und Schulung. Zunächst gab Eckhard für Einsteiger eine allgemeinere Einführung in das Segeln und erläuterte am Boot Fachbegriffe, etwa den Unterschied von Genua und Gennaker. Tags darauf hielt ich am Whiteboard einen Vortrag zu den Themen Vorfahrtsregeln /KVR, den Wind, seine Entstehung und Verhalten und seine optimale Umsetzung für den Segler. Ursprünglich waren weitere Segelschulungen, nicht zuletzt für Fortgeschrittene und Regattasegler, geplant gewesen. Aber Referent Klaus hatte wegen eines Krankheitsfalls in der Familie sein Kommen kurzfristig wieder abgesagt.

Flautenbedingt liefen wir dieses Jahr mehrere entfernte Ziele am Seeufer erstmalig nicht an, wie z.B. den Heidekrug im Leister Lank oder die Fischerhütte im Nordosten. An solchen flauen Tagen waren die Treffenteilnehmer im Vorteil, die sich auch noch ein Kanu und/oder ein Fahrrad mitgebracht hatte. Smartkatsegler Christoph hatte gar seine Triumph Tiger im Reisegepäck und MC 420 Segler Uli war ohnehin wieder mit Suzuki Bandit-Gespann und Anhänger angereist. Er übernachtete im Klappfix über seinem Motorrdanhänger. Christoph und Sabine hatten sich von der Campingplatzverwaltung ein beheiztes Schlaffass anliefern lassen. Die meisten PSW Teilnehmer übernachten idR im eigenen Caravan oder WoMo.

Im Norden unserer Bootswiese lagerten die Bastler. Frank, der sicherlich die mit Abstand meisten Werkzeuge und das größte Zubehörsortiment dabei hatte, werkelte fleissig an seinem bulligen Falttrimaran. Auf dem Stellplatz davor baute sich Klaus für seinen Hurricane eine funktionstüchtige Mastlegeanlage, die er später mit Jens erfolgreich ausprobierte. Außerdem fand er heraus, dass die Halsleine des Gennakers den Mast bei seiner Drehung stört.

Unter der Woche gab es zur Abwechselung auch mal kulinarische Abenteuer zu bewältigen. Pilzkenner Andreas hatte uns einen Korb Parasol Pilze gepflückt und der Allgemeinheit gespendet. Heide betätigte sich als Treffen-Köchin und bereitete uns die Pilze in ihrem großen Wok lecker zu. Gebraten erinnern Geschmack und Konsistenz der mir bis dahin unbekannten Pilze eher an Fleisch. Jedenfalls haben wir die Pilze alle überlebt.

Die finnische Firma Vesikissa hatte uns für die Plauer Segelwoche ein Schlauchkajak und einen 430 cm langen Segelkatamaran mit Mittelschwert zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Details des Katamarans mögen in den Augen vieler Minicat/Grabner/Smartkat Eigners rustikal wirken. Aber vielen PSW-Besichern gefiel das lange, durchgehende Trampolindeck und die Form der Rümpfe. Uli und ich, Robert und andere segelten ihn zur Probe. Dabei stellten wir fest, dass das Boot nicht langsam ist. Unseren subjektiven Eindruck bestätigte am Samstag Yaroslav durch sein gutes Abscheiden bei der Regatta. Auch mit Flaute kommt der 430 cm lange Kat mit nur 9,3 qm Segelfläche gut klar. Dafür mache ich vornehmlich das steif profilierte Groß verantwortlich.

Wer das Boot gesegelt ist, seine Meinung zu dem Boot kundtun möchte oder noch Fragen dazu hat, möchte sich auf Englisch oder Russisch per Mail melden bei: yarno@vesikissa.com

Am Samstag starteten wir um 14.00 Uhr unter der Leitung von Axel und Elke zur gemischten Regatta. Regattabedingungen:

Windstärke: 0 – 1 Bft. – gegen Ende leicht auffrischend
Seegang: Keiner, gelegentliche Motorbootwellen
Wetter: sonnig, bewölkt

Gesegelt wurde schlicht auf “Blaues Band” ohne Berücksichtigung etwaiger Yardstickverhältnisse. Ursprünglich angedacht war es, den langen Kurs quer über den See rund um die Kohlinsel zu segeln. Mangels Wind segelten wir jedoch lediglich um die nächste grüne Fahrwassertonne, die zwischen Lenz und Plau am See liegt. Diese “Luvtonne” konnte man mit zwei Schlägen erreichen. Auf dem Rückweg zur Ziellinie lag dann ein Schmetterlingskurs an. Gestartet wurde so:

1 x Tröten = noch 5 Minuten,
2 x Tröten = noch 1 Minute,
3 x Tröten = Start!

Beim Start herrschte eine fast perfekte Totenflaute und mir wurde berichtet, es habe mangels Ruderwirkung Rangeleien und Bootskontakte gegeben. Den besten Start hatte der “Faltkajakketsch-Ingo”, der auch lange vorne blieb, bis es Claus gelang, ihm mit seinem Hurricane die Führung abzunehmen. Zu der Zeit fuhr ich der Spitzengruppe hinterher bis ich entdeckte, dass das Schwert meines Duckys eine Wasserpflanze durchs Wasser mitschleifte. Nachdem ich die entfernt hatte gelang es mir Claus, dem Sieger des diesjährigen Grabner Seglertreffens 2017, einzuholen. Vor dem Zieleinlauf zog Christian, der die ganze Zeit weiter draußen gesegelt war, hinter meinem Rücken mit einer Bootslänge Vorsprung an mir durch die Ziellinie. Überraschenderweise querte Robert mit dem Prostor als Vierter die Ziellinie. Ihm folgten Yaroslav auf seinem Vesikissa und Guido mit seinem HC Evolution. Beide nahmen zum ersten Mal an der PSW teil und kannten das Revier noch nicht so gut. Alle folgenden Platzierungen entnehmt Ihr bitte der Regatta-Tabelle. Zwei weitere Regattateilnehmer konnten leider nicht in die Wertung aufgenommen werden und sind daher nicht aufgelistet. Einer davon, ein MC 420 Segler, hätte es vermutlich deutlich unter die ersten 10 Plätze geschafft. Damit die Regatta-Liste etwas mehr allgemeine Aussagekraft erhält, haben wir Euch außer der gesegelten Zeit auch Skipper, Skippergewicht und Besegelung angeführt.

Danny kündigte an, nächstes Jahr mit seiner historischen Hafenbarkasse auf dem Wasserweg zur PSW anzureisen. Er wird an der Marina anlegen und sein Boot während der Regatta für Beobachter, Fotografen und für die Regattaleitung zur Verfügung stellen.

Am Samstagabend saßen wir letztmalig mit versammelter Mannschaft bei Tante Lindi im Imbisszelt. Christian erhielt als schnellster Regattasegler den von Ekke Kaplan gestifteten Wanderpokal sowie zwei schöne Sachpreise, die uns die Firma Vesikissa gespendet hatte.

Am Sonntag, viel reisten bereits ab, stellten sich endlich Wind und Sonne ein, so dass wir über den späten Mittag in den Norden nach Alt-Schwerin herüber segelten, um dem idyllischen “Dörpladen” mit Bäckerei und Gastronomie einen Besuch abzustatten.
Wie im Vorjahr unternahmen Jörn, Claus und ich am Sonntagabend eine Nachtfahrt nach Plau am See. Der Hurricane wurde mit Positionslampen und Torqeedo ausgestattet und wir setzten in der einbrechenden Dämmerung bei schwachem Wind über. Einige andere PSW Teilnehmer folgten mit dem Auto auf dem Landweg. Gemeinsam speisten wir am Eldeufer in einem Nobelrestaurant, in dem wir schon letztes Jahr zu Gast waren. Zurück segelten wir bei auffrischendem Wind in vollkommener Dunkelheit. Das Nachtsegeln hat uns wieder Spaß gemacht. Wir wollen die Nachtfahrt am Sonntagabend nächstes Jahr wiederholen.

Am Montag, dem letzten Tag der PSW, als schon fast alle abgereist waren, schien die Sonne und der Wind frischte mittags bis zu 6 Bft. kräftig auf. Nach einigen morgendlichen Schlägen wurden die letzten Boote abgebaut. Das war das Ende der PSW 2017.

Bilanz der PSW 2017

“Seebestattungen”: dieses Jahr keine einzige! Havarien: 2

Auf dem mit drei Personen besetzten Ducky 17 kam der Mast herunter. Ich hatte beim Aufbau ein defektes Want (eigenverschuldeter Schaden) ausgetauscht, wobei ich das Ersatzwant am Masttoppbeschlag mit einem Kettenglied angeschlagen hatte. Zuerst löste sich dessen Schraubverschluss und Sekunden später bog es komplett auseinander. Davon abgesehen kam es zu keinen nennenswerten Personen- oder Sachschäden.

Ein Boot am Ufer war über Nacht am Baum angebunden und nur halb hochgezogen worden. Als nachts Wind und Welle aufkamen, machte es sich los und trieb zu einem Nachbarboot herüber, das hochgezogen fest auf dem Ufer lag. Das Heck stampfte in der Welle hoch und runter, wodurch es ständig an dem still-liegenden Nachbarboot schliff, so dass dessen Rumpf achtern leicht beschädigt wurde. Nächstes Jahr brauchen wir so etwas wie einen “Hafenmeister”, der die Bootsliegelätze am Ufer nach der Breite des Bootes und der Höhe des Mastes zuteilt und auch die nächtliche Vertäuung der Boote überwacht.

Kritik, Tendenzen und Ausblick

Am Uferweg und an unserem Uferstreifen wurde es mit unseren Booten zunehmend kritisch. Schuld sind die weit überhängenden Äste, die unseren Masten mit den empfindlichen Verklickern den Weg versperren. Die Campingplatzverwaltung will die Äste zur nächsten PSW zurück schneiden.

Erstmalig waren unsere Bootswiese und der Uferstreifen voll besetzt. Einige PSW Teilnehmer wichen bereits samt Boot auf entferntere Stellplätze aus. Die Campingplatzverwaltung kündigte an, dass wir nächstes Jahr weitere, direkt an der Bootswiese angrenzende Stellflächen dazu bekommen. Vermutlich wird die Teilnehmerzahl nächstes Jahr weiter wachsen, was ich mit etwas gemischten Gefühlen betrachte.

Die geplanten Yardstickvermessungen konnten mangels Personal und bei den schlechten Windverhältnissen nicht realisiert werden.

Auch dieses Jahr fanden keine “Faltdickschiff”-Segler an den Plauer See.

Zu danken haben wir

  • dem finnischen Hersteller Vesikissa für 2 Preisgewinne und die zwei Testboote,
  • Jens – wie gehabt – für Sozialzelt und Schwenkgrill,
  • Peter dafür, dass er uns einen Abend am Schwenkgrill mit Fleisch und Kohle versorgte,
  • Andreas und Heide für die außergewöhnlich Mittagsmahlzeit “Parasole mit Ei aus dem Wok”,
  • Barkassen Kapitän Danny für die Feuerschale,
  • Eckhard für seine Einführung in das Segeln,
  • Axel für die technische Leitung der abendlichen Filmvorführungen,
  • Uli und Agnes für die Kinoleinwand,
  • Christian für die Soundanlage dazu,
  • Ekke Kaplan für die Stifung des Wanderpokals,
  • Elke und Axel für die gewissenhafte Regattaleitung,
  • der Campingplatzverwaltung für die entgegenkommende, freundliche Kooperation.

Schließlich ist allen PSW Teilnehmern für Ihr tadelloses Benehmen zu danken. Die zufriedene Campingplatzverwaltung sagte mir ungefragt, es habe sich bei den PSW Teilnehmern ausschließlich um angenehme, unproblematische Gäste gehandelt. Ein ehrlich gemeintes Kompliment, das ich gerne an dieser Stelle wiederhole.

Die PSW 2018 findet vom 17.09.2018 bis zum 24.09.2018 statt!

Zieht in Erwägung, vielleicht schon etwas früher zu kommen und/oder etwas später abzureisen, wie es viele andere auch machen.
Euer Ralph, Initiator der PSW